NUWiss-Redebeitrag auf der Demo #unisretten am 27. Mai 2026 in Wien

Wir sind heute hier als eure Arbeitnehmervertreterinnen. Wir vertreten euch – die Zukunft und Innovationskraft des Landes! Wir sind NUWISS, das Netzwerk Unterbau Wissenschaft.  Wir kämpfen seit 2022 für gute Arbeitsbedingungen der 47.000 Forscherinnen und Künstlerinnen an Österreichs Universitäten. 80% von uns haben befristete Verträge, das betrifft Nachwuchsforscherinnen bis hin zu Post-Docs. Wir solidarisieren uns auch für die 22.000 Kolleg:innen des allgemeinen Personals. Sie sind auch von prekären Anstellungen betroffen. Mit der UG-Novelle 2021 und der Neuordnung der Kettenvertragsregel (§109) hat sich die ohnehin schon prekäre Situation noch einmal deutlich verschlechtert. 

Was wir gerne hätten, wären Verträge ohne Ketten!

Wir sind auch für die 280.000 Studierenden da. Wir bilden die Lehrerinnen, Ärztinnen, Fachkräfte, Forscherinnen und Nobelpreisträgerinnen von morgen aus. Dazu brauchen wir exzellente Arbeitsbedingungen und vor allem Kontinuität.

Supergau im Unterbau! Hier regiert der Mittelbau!

Wenn es zu Kürzungen kommt, fordern wir Solidarität von den Rektoraten – es kann nicht sein, dass 1/5 des Personals gekürzt wird. Bei Bau- und Leuchtturmprojekten kann der Sparstift angesetzt werden – aber nicht bei jenen, die den Großteil der Arbeit unter oft befristeten Verträgen ohne Karriereperspektive leisten. Wenn Rektorinnen und Rektoren um Verständnis für Kürzungen bitten, wäre es an der Zeit, selbst einen solidarischen Beitrag zu leisten. 

Wenn in der ZIB2 von der UNIKO-Vorsitzenden, Frau Mag. Brigitte Hütter, zu hören ist: „Von Entfristungen und Karrieremöglichkeiten, wie sie das Ministerium und die Regierung von uns fordert, kann keine Rede sein.“ 

Dann sagt NUWiss: Das ist nicht gerecht. Sparen muss nicht zwingend zu noch schlechteren Arbeitsverhältnissen führen!

Faire Verträge, gutes Leben, sollte es für alle geben!

Es zeigt, dass hier die drohenden Kürzungen zum Anlass genommen werden, um fundamentale Verbesserungen an den Universitäten für alle zu verhindern. Es zeigt auch die mangelnde Wertschätzung der Arbeit des Mittelbaus und der Verwaltung, die den Großteil der Arbeit und Workloads leisten. Wer bei uns spart, spart auch bei exzellenter Forschung und Lehre! Wir brauchen Kontinuität und Solidarität, statt Austerität.

Wir sind NUWISS und solidarisieren uns mit den Studierenden. Ihr seid die Zukunft unseres Landes. Die zukünftigen Fachkräfte für die Wirtschaft. Die zukünftigen Lehrerinnen und Ärztinnen. Warum wird in diesen turbulenten Zeiten bei den Bildungskosten gespart? Wir verstehen das einfach nicht! Denken wir doch gemeinsam über gesamtheitliche Lösungen nach, aber sicher nicht in Form neuer Studiengebühren. 

Gute Bildung, gutes Leben, das soll es für alle geben!

Wir sind prekär beschäftigte Arbeitnehmerinnen, die seit 2022 aktiv sind – in Form von Demos, Verhandlungen mit Interessenvertreterinnen oder der Mitarbeit bei der Hochschulstrategie 2040. Mittlerweile kümmern wir uns auch um die Anliegen der Arbeitnehmerinnen auf Betriebsratsebene sowie in der Gewerkschaft GÖD. NUWISS setzt sich somit auch für gute und faire Gehaltsabschlüsse ein. NUWISS demonstriert heute im Namen vieler Kolleg:innen aller Uni-Standorte. Wo ist Linz? Wo sind Graz und Innsbruck? Wo ist Unterbau Wien?

Wir kämpfen alle für faire Arbeitsbedingungen, gegen befristete Verträge und vor allem gegen Unterfinanzierung und Studiengebühren. Ein besonderer Dank geht daher an die ÖH für die Organisation der Demo. Wir grüßen solidarisch die IG Lektor:innen, den Universitätslehrer:innenverband Österreich, die unabhängige Gewerkschaft, die FSG, die Arbeiterkammer Wien, das Elise-Richter-Netzwerk, die Workload Initiative, die Initiative Mutterschaft und Wissenschaft und viele mehr. Wir bedanken uns auch bei den Kolleginnen des wissenschaftlichen und allgemeinen Personals sowie bei der Gewerkschaft GÖD BV13 bzw. BV16. 

Lasst uns gemeinsam gegen Sparzwänge und für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen! Lasst uns gemeinsam an Lösungen für eine bessere Zukunft arbeiten!

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