Eine Liste wichtiger und empfehlenswerte Texte und Studien. Die Auswahl wird laufend aktualisiert.
Stand: 03.09.2026
Übersicht:
Wissenschaftliche Studien
Haubrock, P.J., Kouba, A., Soto, I. et al. How contemporary academic structures constrain scientific creativity and hold back early-career researchers. Nat Hum Behav (2026). https://doi.org/10.1038/s41562-026-02575-5
„We argue that contemporary scientific systems progressively constrain high-risk and conceptually innovative research while being increasingly structured around short funding cycles, productivity-based evaluation criteria and risk-averse frameworks that favour predictable and non-transformative research outputs. […] Without systemic change, we risk stifling the potential of early-career researchers to go beyond the confines of existing methods and approaches and deliver transformative advances. This would limit their capacity to meaningfully change our understanding of the world or benefit society, with impacts that fall short of their potential.“
Dreisoerner, A., Goetz, V., Frohnmayer, D. et al. (2026) “Prevalence and severity of mental health problems in early-career researchers: a systematic review and meta-analysis.” Nature Human Behavior (June 29, 2026). https://doi.org/10.1038/s41562-026-02505-5.
“This meta-analysis found that nearly one in three ECRs [i.e. Early-Career Researchers] reported elevated psychological distress across all outcomes, with mild average symptom severity for depressive and anxiety symptoms, moderate stress and poor sleep quality. These patterns were consistent across academic disciplines, genders and career stages.”
Studienergebnisse: Bloch, Roland; Kuhnt, Mathias (2026) “Arbeiten unter dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz: Ein Sittengemälde”
Aus dem Inhalt: “Die Studie wertet über 1000 qualitative Freitextantworten aus der Evaluation des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeit VG ) aus. [..] Insgesamt zeichnen die Antworten ein ›Sittengemälde‹ des Beschäftigungs- und Karrieresystems an deutschen Universitäten” (S. 10)
“Die gegenwärtige Befristungspraxis führt nach Angaben der Befragten zu einem Brain-Drain an Universitäten und damit verbunden zu Diskontinuitäten, zur Vernachlässigung der Lehre, einem Mangel an Qualifizierung und zu Abhängigkeit und Willkür. Die Beschäftigten beklagen nicht nur fehlende Zukunftsperspektiven und die fehlende Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern auch demotivierende Auseinandersetzungen mit der Universitätsverwaltung, kurze Vertragslaufzeiten, unbezahlte Mehrarbeit und schlechte Personalführung. Personen, die befristete Beschäftigung in der Wissenschaft als notwendiges Übel oder sogar als vorteilhaft ansehen, gibt es nur sehr wenige. Insgesamt hat das befragte wissenschaftliche Personal kaum Verständnis für die allgemeine Befristungspraxis der Universitäten” (S. 164)
Luebber, F., Krach, S., Paulus, F.M. et al. “Lottery before peer review is associated with increased female representation and reduced estimated economic cost in a German funding line”. Nature Communications 16, 9824 (2025). https://doi.org/10.1038/s41467-025-65660-9
Aus dem Inhalt: “Using data from three years of funding allocations and complementary surveys, we provide empirical evidence that a lottery-first approach is associated with an increased female representation both at the submission stage and among funded projects, lower estimated costs, and is appreciated by a substantial proportion of applicants and reviewers.”
Kastenhofer, Karen, Anais Angelo, Eva Sevcsik, Lea Müller-Funk, Sabine Müller, and Verena Jantsch et al. (2025) “Compatibility of work and care duties in women’s academic careers: a qualitative survey among FWF Elise Richter fellows”, https://osf.io/preprints/socarxiv/u4a9k_v1, (15 August 2026).
Im August 2025 führte das ERN unter FWF-Elise-Richter-Stipendiatinnen eine qualitative Studie zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflegeaufgaben in der akademischen Laufbahn von Frauen durch. Die Ergebnisse machen deutlich: In einer Wissenschaftskultur, in der die männliche Rolle nach wie vor als unhinterfragter Standard gilt, sehen sich Forscherinnen, die zugleich Mütter sind, mit erheblichen strukturellen Nachteilen konfrontiert. Die befragten Wissenschaftlerinnen berichten von einer tiefgreifenden Unvereinbarkeit zwischen akademischer Arbeit und familiärer Sorgeverantwortung. Besonders belastend wirken die hohen Anforderungen an Mobilität, Arbeitszeit und Arbeitspensum, die mit dem akademischen Karriereweg einhergehen. Zusätzlich erschwert das fortbestehende Prekarität durch die sogenannte “Kettenvertragsregelung” – verschärft durch die Novelle des §109 UG im Jahr 2021 – eine verlässliche Karriereplanung und berufliche Sicherheit.
Hofbauer, Johanna; Kreiss, Katharina; Pühringer, Stephan (2025) “‘Der Weg zur Zerstörung ist mit guten Absichten gepflastert.’ Über die ökonomischen, sozialen und epistemischen Kosten von Reformen im Wissenschafts- und Universitätssystem”. Kurswechsel 2, S. 12-22. https://ideas.repec.org/p/ico/wpaper/166.html
Abstract: In unserem Beitrag setzen wir uns mit institutionellen Veränderungen im österreichischen Wissenschafts- und Universitätssystem unter dem Einfluss von New Public Management und Exzellenzpolitik auseinander. Wir nehmen besonders zwei Maßnahmen in Augenschein, die Metrisierung und Verwettbewerblichung der Wissenschaftsarbeit. Dabei zeigen sich eine Reihe von strukturellen Problemen, zum einen Erschwernisse für die Grundlagenforschung, Einschränkungen der Pluralität und der kritischen Perspektiven in der Wissenschaft; zum anderen haben diese Entwicklungen zu einer deutlichen Prekarisierung der Beschäftigungsverhältnisse geführt. Zusammenfassend stellen wir fest, dass Reformen, die mit Absichten einer Weiterentwicklung und Öffnung der Universitäten verbunden waren, erhebliche ökonomische, soziale und epistemische Kosten verursachen.
Franzke, Astrid; Springsgut, Katrin (Hg.) (2025) Gleichstellung im Wandel. Neue Herausforderungen und Wege der Karriereentwicklung von Frauen in der Wissenschaft. Roßdorf: Ulrike Helmer Verlag. https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/astrid-franzke-katrin-springsgut-hg-gleichstellung-im-wandel/
Inhalt: Die Gleichstellungsarbeit hat in den letzten Jahrzehnten zu einer Erhöhung des Frauenanteils in der Wissenschaft beigetragen. Und doch vollzieht sich der kulturelle Wandel hin zu einer geschlechtergerechten Hochschule nur langsam. Mangelnde Sichtbarkeit der Leistungen, Unvereinbarkeit von Wissenschaft und Sorge, (fehlende) Planbarkeit und Abbrüche von Promotionsvorhaben kennzeichnen vorhandene Ausschlussmechanismen für Frauen in der Wissenschaft. Dieser Band untersucht, wie geschlechtergerechte Veränderungen der Hochschulstrukturen und eine diversitätssensible Wissenschaftskultur vor dem Hintergrund neuer Herausforderungen von Exzellenz, Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt von Karrierewegen erreicht werden können, um die Attraktivität des Wissenschaftssystems für Akademikerinnen zu erhöhen und ihren Karriereaufstieg zu ermöglichen. Er verbindet sowohl Perspektiven aus der empirischen Forschung als auch von Praktiker:innen im Feld der intersektionalen Gleichstellungsarbeit, der Karriere- und Nachwuchsförderung sowie der Personalentwicklung an Hochschulen und inspiriert somit aktuelle Diskurse.
Weis, Joëlle; Tobias Winnerling (Hg.) (2025) Prekäres Wissenschaften. Bielefeld: transcript, (WerkstattGeschichte 92 = Jg. 2025(2)). https://werkstattgeschichte.de/alle_ausgaben/prekaeres-wissenschaften/
Inhalt: Im aktuellen Themenheft thematisieren die Beiträger*innen Machtstrukturen und Prekarität in der Wissenschaft seit dem Mittelalter. Vor dem Hintergrund aktueller Debatten über die Schattenseiten des akademischen Systems beleuchten sie die historische Spezifität, Bedingtheit und Tradition prekärer Wissenschaften.
Schmidt, Angelika, Wegscheider, Angela & Rami, Ursula (2025) “Hegemoniale Strukturen und Praktiken in den Arbeitsbeziehungen an österreichischen Universitäten”. Österreichische Zeitschrift für Soziologie 50, 13 (2025). https://doi.org/10.1007/s11614-025-00598-2
Aus dem Inhalt: “Rund 2000 Menschen folgten im Frühjahr 2023 zum wiederholten Mal dem Aufruf „Fair statt prekär! Universitäten neu denken“ und demonstrierten für bessere Arbeitsbedingungen […]. In diesem Beitrag analysieren und diskutieren wir, wie und welche hegemonialen Strukturen, Machtverhältnisse und Handlungslogiken im Hochschulsektor und in den als zunehmend prekär wahrgenommenen Arbeitsverhältnissen an österreichischen Universitäten wirksam sind und welche gegenhegemonialen Aktionen diese herausfordern.”
Felt, Ulrike (2025) Academic Times. Contesting the Chronopolitics of Research. Singapur: Palgrave Macmillan. https://link.springer.com/book/10.1007/978-981-96-4609-8
About this book: “This open access book explores the hidden politics of time—the chronopolitics—that profoundly shapes the contours of academic life and knowledge production in contemporary universities. Moving beyond familiar critiques of academic acceleration, Ulrike Felt explores the diversity of time generators and the resultant complex, multilayered timescapes that govern scholarly work and life. The book examines the tensions inherent in models of linear careers and in simultaneous experiences of speed and waiting, and asks questions about the ownership of time.”
European Commission: Directorate-General for Research and Innovation, Funding-by-lottery and other alternative models for research funding, Publications Office of the European Union, 2024, https://data.europa.eu/doi/10.2777/3966961
Abstract: The “Quarterly R&I Literature Review” provides a brief summary of a selection of recent publications on R&I economics and policy. The aim of the Review is to inform policymakers on the latest findings from the literature that links R&I economics to R&I policy.
Gerald Schweiger et. al. (2024): „The costs of competition in distributing scarce research funds.“ PNAS [Open Access]
Das Paper liefert eine umfassende Analyse der Vergabe von kompetitiven Forschungsmitteln: Wie zuverlässig sind die Entscheidungsprozesse für die Förderung? Wie hoch sind die ökonomischen Kosten der kompetitiven Förderung? Wie wirkt sich der Wettbewerb um Fördermittel auf die Durchführung riskanter Forschung aus? Wie wirken sich kompetitive Förderumgebungen auf die Wissenschaftler selbst aus, und welche ethischen Fragen müssen berücksichtigt werden? Es werden auch konkrete Handlungsempfehlungen für eine Verbesserung des Systems gegeben.
Geppert, Corinna; Pausits, Attila; Campbell, David; Reisky, Florian; Lessky, Franziska (Hg.) (2024): Die akademische Profession in Österreich. Eine Analyse der APIKS-Austria-Erhebung. Münster: Waxmann (Studienreihe Hochschulforschung Österreich, 5). [Open Access]
Eine ausführliche Analyse der Ergebnisse der Erhebungen im Rahmen des APIKS-Austria Projekts. „APIKS“ steht für „The Academic Profession in the Knowledge-Based Society“. Es handelt sich um eine nternational vergleichenden Untersuchung zur den Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft und zur Einstellungen des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals an Universitäten und Hochschulenin Bezug auf Forschung, Lehre, Wissens- und Technologietransfer sowie Beteiligung an Hochschul-Governance.
Matej Bílik, Nikolaj Broberg and Simon Roy (2024): The state of academic careers in OECD countries – an evidence review, OECD Education Policy Perspectives 91. Sehr gute Zusammenfassung der Problemlage im akademischen Arbeitssektor in den OECD-Ländern. Aus dem Abstract: „The evidence review examines the state of academic careers in higher education systems in OECD countries, providing an overview of available data, research evidence and examples of policy and practice. […] Key concerns for academics and policy makers include the working conditions of academics, an increasing reliance on precarious and casual contracts, high workloads and negative impacts on work-life balance.“
Rima-Maria Rahal et al. (2023): Quality research needs good working conditions, Nature Human Behavior 7, pp. 164-167 „High-quality research requires appropriate employment and working conditions for researchers. However, many academic systems rely on short-term employment contracts, biased selection procedures and misaligned incentives, which hinder research quality and progress. We discuss ways to redesign academic systems, emphasizing the role of permanent employment.“
Michael Park et al (2023): Papers and patents are becoming less disruptive over time, Nature 613, pp138–144
Diese Studie hat auf Basis von aggregierten Daten festgestellt, dass wissenschaftliche Zeitschriftenartikel sowie Patente im Vergleich zu vergangenen Jahrzehnten weniger oft mit dem bereits etablierten Stand des Wissens auf jene Art und Weise brechen, die wichtig für den Erkenntnisgewinn in Wissenschaft und Forschung ist. Um diese Art der disruptiven und revolutionären Wissenschaft und Forschung zu unterstützen, sind Universitäten und Wissenschaftspolitik gefordert Qualität anstatt Quantität zu priorisieren und Wissenschaftler*innen mehr Zeit für intensive Recherche und Forschung bei geringerem Publikationsdruck zu geben.
Edwards, Marc A. and Siddhartha Roy (2017) Academic Research in the 21st Century: Maintaining Scientific Integrity in a Climate of Perverse Incentives and Hypercompetition. Environmental Engineering Science 34/1. pp. 51-61.
„Incentives for academic scientists have become increasingly perverse […]. Furthermore, decreased discretionary funding at the federal and state level is creating a hypercompetitive environment between government agencies […] the combination of perverse incentives and decreased funding increases pressures that can lead to unethical behavior. If a critical mass of scientists become untrustworthy, a tipping point is possible in which the scientific enterprise itself becomes inherently corrupt and public trust is lost, risking a new dark age with devastating consequences to humanity.“
Jódar, Lucas and Elena De la Poza (2020): How and Why the Metric Management Model Is Unsustainable: The Case of Spanish Universities from 2005 to 2020. Sustainability 12/15: 6064.
„The metric management model (MMM) is a method based on quantitative indicators called metrics and is used to evaluate individuals and organizations. […] Our results reveal how applying the MMM [… to universities …] deteriorates research quality, students’ levels of education and working people’s well-being at university.
Gerald Schweiger (2023): Can’t We Do Better? A cost-benefit analysis of proposal writing in a competitive funding environment, PLOS ONE 18(4), e0282320 „…At the current success rate [[of proposals in energy research in Austria]], about 300 person-days are spent preparing proposals for a single proposal to be funded…“
Shannon Hall (2023): A mental-health crisis is gripping science — toxic research culture is to blame, Nature 617, pp. 666-668.
Eine Reihe von Studien haben in den vergangenen Jahren die hohe psychische Belastung von insbesondere Nachwuchswissenschaftler*innen nachgewiesen, die sich unter anderem durch überdurchschnittlich häufigen Angststörungen und Depressionen äußern. Dieser Beitrag fasst die Studienergebnisse zusammen und empfiehlt dringende Maßnahmen, um diesem gefährlichem Trend entgegen zu wirken.
Chris Woolston (2020): PostDocs under pressure: Can I even do this anymore?, Nature 587, pp. 689-692. „Long hours and a lack of job security, combined with workplace bullying and discrimination, are forcing many to consider leaving science, finds Nature’s inaugural survey of postdoctoral researchers.“
Deutscher Bundestag (September 2022): Sachstand “ Zu befristeten Arbeitsverhältnissen in der Wissenschaft und Innovation. Innovation durch Fluktuation.”. “ … In der vorliegenden Arbeit wird auf Studien eingegangen, die sich der Frage um die Rechtfertigung von Befristungspraktiken im internationalen Vergleich nähern.“
Reinhard Kreckel (2016): Zur Lage des wissenschaftlichen Nachwuchses an Universitäten: Deutschland im Vergleich mit Frankreich, England, den USA und Österreich, Beiträge zur Hochschulforschung 38. Jahrgang, 1-2/2016, pp 12–40. „In einem Vergleich der deutschen Universitäten mit den Forschungsuniversitäten in Frankreich, England und den USA wird gezeigt, dass Deutschland sich hinsichtlich der Lage des Hochschullehrernachwuchses heute auf einem ausgesprochenen Sonderweg befindet, der historische Ursachen hat….“
Mathias Kuhnt, Tilman Reitz, Patrick Wöhrle (2022): Arbeiten unter dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz: Eine Evaluation von Befristungsrecht und -realität an deutschen Universitäten.
„Die Debatte zur Lage befristet beschäftigten wissenschaftlichen Personals, besonders im sogenannten Nachwuchs, geht […] so weit über die amtlich beauftragten Evaluationen [des Wissenschaftszeitvertrgsgesetzes] hinaus, dass es nötig scheint, das Gesetz unabhängig von den Fragestellungen des zuständigen Ministeriums zu evaluieren. Diese Arbeit legen wir hier vor. In unserer Studie werden Kernargumente zum WissZeitVG und zur in ihm kodifizierten Praxis mit einer detaillierten Befragung der Betroffenen genauer nachvollzogen und überprüfbar gemacht.“ [Die in der Arbeit angeführte amtliche Evaluation mit sehr engem Fokus ist inzwischen erschienen]
Tilman Reitz (2023): Überwachung, Bestrafung und das Problem der Professur. Die Gründe befristeter Arbeitsverhältnisse in der Wissenschaft, Vortragsmitschnitt, Wien 2023, “ … Feudale Lehrstühle, höfische Projekthierarchien … “ aber es gibt „Alternativen zum Befristungsmodell“!
Jürgen Janger et al (2022): Precarious Careers in Research. Analysis and Policy Options. „This report maps employment contracts and career models with a view to gain knowledge about where and which groups of researchers suffer most from precarious careers. It suggests policies to reduce the precariousness of researcher careers and indicators to monitor progress….“
Franziska Lessky et al (2022): Die Situation von (Nachwuchs-) Wissenschafter:innen an österreichischen Hochschulen. Ergebnisse einer Sonderauswertung von APIKS Austria, Studie im Auftrag der Arbeiterkammer, Schriftenreihe Weiterbildung und lebensbegleitendes Lernen, Krems (Edition Donau-Universität).
Krems). „…Die Ergebnisse haben gezeigt, dass vor allem Wissenschafter:innen am Beginn ihrer Karriere mit multiplen Herausforderungen konfrontiert sind. Diese betreffen unter anderem befristete Anstellungsverhältnisse, hohen Erwartungsdruck seitens der Hochschulen sowie fehlende langfristige Karriereperspektiven…“
Ulrike Felt und Maximilian Fochler (2010): Riskante Verwicklungen des Epistemischen, Strukturellen und Biographischen: Governance-Strukturen und deren mikropolitische Implikationen für das akademische Leben, In Steuerung von Wissenschaft? Die Governance des österreichischen Innovationssystems. Innovationsmuster in der österreichischen Wirtschaftsgeschichte, Band 7, edited by Peter Biegelbauer, pp. 297-327. Innsbruck: Studien-Verlag. „…Dynamiken dessen, was wir als tacit governance bezeichnen, verändern das akademische Leben selbst wesentlich stärker […], als man gemeinhin steuerungs-theoretisch annehmen würde…„Regieren nach Zahlen“ als wissenschaftspolitischer Gestus … Unsere Beobachtungen auf der Mikroebene deuten stark darauf hin, dass das Erfüllen rein quantitativ vorgegebener Ziele wenig zu jener Kreativität beiträgt, auf die eine längerfristig gedachte Innovationspraxis und eine sie zu fördern suchende Politik aufbaut…Eine Entkoppelung von Wissenschaft und Gesellschaft ist ebenso ein zentrales Problem im Umfeld des Diskurses um Mobilität und Flexibilisierung.“
Politische Rahmentexte
Österreich
- FORWIT-Bericht (Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung, April 2026)
- Forschungs- und Technologiebericht 2024 (FTB 2024)
- Gesamtösterreichischer Universitätsentwicklungsplan (GUEP 2028 bis 2033)
- Regierungsprogramm 2025-2029: Jetzt das Richtige tun. Für Österreich
- Universitätsbericht 2023
- Österreichischer Hochschulplan (HoP) 2030
- Gesamtösterreichischer Universitätsentwicklungsplan (GUEP) 2025 bis 2030
- Gesamtösterreichischer Universitätsentwicklungsplan (GUEP) 2022 bis 2027
- Hochschulmobilitäts- und Internationalisierungsstrategie 2020-2030 (HMIS 2030)
- Strategie der österreichischen Bundesregierung für Forschung, Technologie und Innovation/ FTI (2020)
- FTI-Pakt 2024-2026
- Forschungs- und Technologiebericht 2022 (PDF, 4 MB)
- Forschungs- und Technologiebericht 2022 – Factsheet (PDF, 706 KB)
- Regierungsprogramm 2017-2022: Zusammen. Für unser Österreich
- Regierungsprogramm 2020–2024: Aus Verantwortung für Österreich
EU & OECD:
- EU Coalition for Advancing Research Assessment (CoARA)
- EU The Agreement on Reforming Research Assessment, Commitments
- European Commission: Towards a reform of the research assessment system: scoping report, 2021
- OECD Science, Technology and Industry Policy Papers
- Women in Scientific Careers. Unleashing the Potential (bereits von 2006, seither hat sich aber leider nicht viel verändert)
Ausgewählte Statements
Deindl, Raphael (2026) “Das „Unternehmen“ Universität: Hochschulen unter Verwertungsdruck”. Mosaik, https://mosaik-online.at/bildung/das-unternehmen-universitaet-hochschulen-unter-verwertungsdruck/
Abstract: Die angekündigten Budgetkürzungen der Bundesregierung für die Universitäten lösen Proteste aus. Doch die öffentliche Kritik bleibt innerhalb der Logik von Wirtschaftlichkeit und Standortwettbewerb verhaftet. Eine Analyse von mosaik-Redakteur Raphael Deindl.
“Unfinished Business: the Antarctic researcher who lost his job, and found his way back” (20:36 min.). Interview by Chris Cummins with Klemens Weisleitner (Austrian polar researcher), 23.02.2026. https://christiancummins1.substack.com/p/unfinished-business-the-antarctic
“What does it take to keep doing science when the institution stops supporting you? Klemens Weisleitner knows the answer — you find another way.”
Science Lounge: “Sorgeverpflichtungen bremsen jungen Wissenschaftlerinnen”. Die Presse, 17.03.2026. https://www.diepresse.com/20660189/sorgeverpflichtungen-bremsen-junge-wissenschaftlerinnen (15:28 min.)
Gesprächsrunde mit Sophie Achleitner (Ökonomin am Momentum Institut), Stefanie Lietze (Gleichstellungsbeauftragte der IT:U Linz) und Karen Kastenhofer (stv Direktorin des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung der ÖAW).
Junge Akademiker:innen sind immer noch von wenigen Professor:innen abhängig. Unzählige Übergangene, auch bestens Qualifizierte, stecken in einer Warteschlange, schreibt Christian Fleck in “Akademische Karriere? Hängt von den Topdogs ab”. Der Standard, 07.10.2025. https://www.derstandard.at/story/3000000288547/akademische-karriere-haengt-von-den-topdogs-ab
Pinwinkler, Alexander (2025) “Wissenschaft als Betrieb: Die Autonomie der österreichischen Universitäten – mehr Spielraum oder ein Spielball der Politik?”. OeZG 36/1, 232-245. https://journals.univie.ac.at/index.php/oezg/article/view/9835
Abstract: Ich konzentriere mich im Folgenden auf die Frage, welche Entwicklungen, politischen Entscheidungen und Praktiken die universitäre Autonomie zu beeinträchtigen scheinen, seit diese mit dem UG 2002 gesetzlich verankert wurde. Was ist aus der Verheißung geworden, dass die Universitäten mit ihrer Autonomie mehr Spielraum gewinnen sollten? Inwiefern tragen einer kurzfristig gesetzten politischen Agenda geschuldete Interventionen, offenkundig aber auch bewusst lancierte Systemänderungen dazu bei, dass dieser Spielraum perspektivisch eher verringert denn vermehrt worden ist?
Bratu, Christine (2025) “Wettlauf mit Hindernissen: Plädoyer für ein philosophisch informiertes Verständnis von ‘Vereinbarkeit’”. Zeitschrift für Praktische Philosophie, 12(1). https://www.praktische-philosophie.org/zfpp/article/view/491#
Aus dem Abstract: “In diesem Aufsatz argumentiere ich für die folgenden drei Thesen: (I) Aktuell ist unser Verständnis von Vereinbarkeit unterkomplex und bedarf philosophischer Klärung. (II) Vor dem Hintergrund eines philosophisch informierten Verständnisses von Vereinbarkeit gibt es guten Grund daran zu zweifeln, dass diese im so genannten akademischen Mittelbau über die gängigen Maßnahmen überhaupt hergestellt werden kann. (III) Wenn wir für den Mittelbau Vereinbarkeit in einem philosophisch informierten Sinne herstellen wollen, müssen wir das Leistungsprinzip modifizieren und zudem die Aufgabe, Vereinbarkeit herzustellen, als Aufgabe der gesamten wissenschaftlichen Gemeinschaft begreifen.”
Portala, Juliette (2025) “Why Sorbonne pulled out of university ranking”. Science / Business Oct. 9, 2025, https://sciencebusiness.net/news/universities/why-sorbonne-pulled-out-university-ranking.
Inhalt: “France’s Sorbonne University plans to leave the Times Higher Education (THE) Rankings, adding its name to a growing number of universities rejecting lists that play one institution off against another. According to its president, most of these rankings are “black boxes” whose methods not only raise ethical questions but also fail to cover the breadth and diversity of university contributions.”
Are university rankings true, fair, or helpful? by Elizabeth Gadd, 23 May 2023
